Visionen und Vorahnungen
Visionen, Vorahnungen und Prophezeihungen sind die wohl bekanntesten Mysterien der Menscheit. Viel diskutiert, viel belächelt und nie wirklich gelöst.
Fakt ist jedoch, daß jeder Mensch in sich Kräfte trägt die er sich nichtmal im Traum vorstellen kann.
Unter Umständen bedarf es jedoch viel Mühe diese Fähigkeiten zu nutzen oder sich überhaupt selbst befähigen diese Wahrnehmungen zu empfangen. Manchmal sind diese Wahrnehmungen einfach “gegeben”.
Wie viele Menschen sind wahnsinnig geworden durch die Dinge die sie sahen oder sehen?
Wahrnehmung und Wahnsinn liegen nah beieinander, so muß jeder selbst wissen was er sich zutraut und sich selbst zuläßt.
Man denke nur an eines der bekanntesten Visionenbilder der Welt (siehe Grafik), der “Versuchung des heiligen Antonius” vom Isenheimer Altar, gemalt von Mathias Grünewald welcher eine Vision visualisierte welche monströser und dämonischer nicht sein kann.
Menschliche Wesen, teils Mensch, teils Tier, von Wahnsinn gezeichnete Szenarien des menschlichen, kirchlich geprägten, dunklen Teils der Seele, ein Abgrund ohne Wiederkehr.
Mathias Grünewald sah diese Dinge und verwandelte sie in mahnende Kunst die der Kirche nur gerade Recht kommen konnte.
Welcher halbwegs gottesfürchtige Mensch würde für etwas irdische Sünde einen solchen Abstieg in die Abscheulichkeiten der Hölle riskieren?
Man nimmt an, daß Grünewald unter dem Einfluß des Mutterkorns stand, eines Pilzes der auf den Ähren von Getreiden seinen Platz fand und wie ein schwarzes Korn aussah. Der weit verbreitete Wirkstoff des Alkaloids ließ ihn also Dinge sehen die er wohl nie im Leben vergessen wird.
Den Rausch des Mutterkorns nennt man im Volksmund dann auch schon mal gern “Antoniusfeuer”.In allen Kulturen der Welt gehören Visionen zur Kultur. Scheinbar besondere Menschen werden zu Schamanen, alte, weise Männer und Frauen zu Sehern und und Seherinen die ind die Zukunft schauen können. Nicht selten unter Beihilfe von Salben, tiefer Meditation, Trancezuständen und geheimen Tränken.
Sie begeben sich alle auf einen Ritt zwischen den Welten und Dimensionen, tragen Dinge in unsere Welt die uns sonst verborgen blieben, lassen aber auch immer etwas von sich zurück als Pfand für das Sehen.
Doch was sind Vorahnungen jenseits von Drogen und anderen Rauschzuständen? Was ist mit der prekognitiven Fähigkeit einer Mutter die plötzlich spürt, daß ihr Kind in Gefahr ist? Was ist mit den Menschen die Dinge sehen obwohl sie noch nicht eingetroffen sind?
Und diese Menschen stehen erst recht nicht unter der Wirkung von halluzinogenen Drogen und ähnlichen Mitteln.
Bei uns in der Familie scheint diese Gabe weit verbreitet zu sein, auch wenn ich festgestellt habe, daß es scheinbar immer schwächer wird. Vielleicht deshalb, weil man sich nicht mehr damit beschäftigt, es für Unsinn hält oder einfach vergessen hat was man selbst kann.
Ich persönlich habe es noch nie geschafft bewußt “etwas zu wissen” – aber ich erlebe sehr oft Momente in denen ich tatsächlich eine Art schwache Vorahnung zu erfahren meine.
Ich brauchte Jahre um mir selbst Glauben schenken zu können in solchen Dingen und um sie ernst zu nehmen..
Es sind oft Kleinigkeiten, unbedeutende Ereignisse, aber auch Erfahrungen und Vorahnungen die mir so manches mal mein risikogeprägtes Leben gerettet haben.
Als Beispiel die vermißte Gießkanne im Garten, das Schmunzeln bei diesem Beispiel kann ich mir beim besten Willen nicht verkneifen, welche nicht an ihrem Platz des Vorabends war.
Wie ein Lichtblitz sah ich einen kleinen Jungen mit eben dieser Gießkanne um die Ecke des Hauses laufen (und ich hatte keine Gelegenheit auch nur aus Versehen diese Ecke sehen zu können und den Umstand wie sie dahinkam) und die Gießkanne in der Regenwassertonne reinwerfend.
Zielstrebig ging ich runter und zu der besagten Ecke, und- da war die grüne Gießkanne in der blauen Regenwassertonne.
Dann gab es Dinge die mich haben wach werden lassen. Dinge die mich das Leben gekostet hätten, hätte ich nicht auf meine innere Stimme gehört.
Als ich noch in Augsburg gearbeitet habe, bin ich in meinem oft zitierten, halsbrecherischen Tempo durch die Wälder und kaum überschaubare Hügel gerast.
Bei perfekter Sicht, an einem sonnigen, warmen Nachmittag wurde mir auf einmal speiübel in der Magengegend, mein Herz raste, ich spürte den Drang mich zu übergeben.
Mir blitzte ein langsam fahrendes Gefährt auf, vielleicht ein Traktor. Die Übelkeit ließ nicht mehr zu.
Ich versuchte mich zu konzentrieren und überlegte ob ich irgendwo halten soll bis es vorbei war.
Ich war auf einmal wie vergiftet, entschloß mich aber weiter auf den Heimweg zu konzentrieren. Ich sagte mir selbst, tief im inneren meiner Seele, daß ich jetzt gerade auf mein Leben aufzupassen habe. Schnell schoß es mir durch den Kopf wieviel wert es mir war. Nicht so viel daß es mir selbst reichen würde, aber in der Kombination mit meiner noch damaligen Verlobten, heutigen Ehefrau, war es mir dennoch sehr viel wert, sodaß ich auf diese Stimme hörte und mein Tempo mehr als angemessen drosselte.
Noch immer war da diese Übelkeit. Der Hügel vor mir, die Übelkeit nahm zu.
Eine sehr unüberschaubare, abschüssige Straße mit vielen nicht einsehbaren Kurven und Gefahren, und dann – dann kam ich über die Kuppel in diese scharfe Rechtskurve, und da war er!
Ein vor sich hin schleichender Traktor!
Genau das was ich gespürt habe! Ich passierte den Traktor und sofort ließ die Übelkeit nach, brauchte aber noch wenige Minuten um gänzlich abzuklingen.
Mit weichen Knien fuhr ich dann heim und berichtete meiner Frau davon, welche sich nicht einmal sonderlich drüber gewundert hatte, da es nicht die erste Erfahrung dieser Art war.
Ab diesem Augenblick in etwa fing ich an diesen Fähigkeiten zu arbeiten an – nicht so viel wie ich vielleicht tun sollte um mehr zu erreichen, aber ein Fortschritt läßt sich beinahe jeden Tag bemerken.
Immer öfter fallen mir Kleinigkeiten auf, die Reaktionen werden schneller, man nimmt mehr wahr.
Was kommt als nächstes?

Oktober 22nd, 2008 at 12:07
…sehr interessantes Thema.
Will den Satz nicht mit ICH anfangen, aber ich leide tatsächlich an Vorahnungen. Nichts ernstes, z.B. denke ich manchmal an einen Song aus grauer Vorzeit und am nächsten Tag läuft er im Radio. Oder bestimmte Situationen auf der Arbeit, die ich dann tatsächlich erlebe und zwar zeitnah. Besser ist es, sowas mit Humor zu nehmen, sonst steigert man sich da rein und verfällt der Licht & Liebe Fakultät. Das kann ja auch gefährlich werden;-) Man sollte nicht zu weit damit gehen. Wenn man sich selbst Dinge im Stillen eingestehen kann, dann ist das sicher in Ordnung, aber bitte der Sache nicht verfallen…
Warum aber nun gerade der Heilige Antonius (es gibt ja mehrere) die Künstler in dieser Thematik so hypnotisiert, das ist mir wirklich ein Rätsel.
Wünsche einen TOLLEN Mittwoch! (Werde jetzt wieder öfter und auch mehr schreiben, Stress ein wenig abgekühlt. Fürs erste zumindest…)
Grüüüüüüüüüüüsse
Luiza
Oktober 22nd, 2008 at 15:05
Liest sich spannend an. Jeder Mensch hat das in sich der eine lässt es zu, der andere nicht und der Dritte will nichts davon wissen in der Angst er dreht durch oder wird ausgelacht.
Ich lass es zu :-)