Unter grauen Monden
Der Weg führt tief in die engen Gassen von längst verlassenen Städten, der Mond scheint grau auf den matten Belag des Bodens.
Seit Jahrtausenden scheint hier kein Lebewesen mehr verweilt zu haben, ein geisterhafter Schatten belagert den durch zarte Winde aufgewühlten Staub und lässt ihn im Glanze der beiden Monde glitzern.
In der Luft hängen Flugscheiben die wie vergessen den Boden absuchen nach möglichen Zeichen von Leben nachdem die letzte Schlacht geschlagen worden ist.
Damals, als die Schlacht das letzte mal tobte, da fand sie unter nur einem hellen Mond statt, bevor die Erde einen neuen Mond gebar und ihr Staub beide matt färbte.
Rötlich weht ein Wind durch die Täler und Schluchten, trockene Gräber, verwitterte Meeresböden aus Staub und Gestein.
Eine handvoll floh ehe die Erde zerriss um einen Haufen von Gestein um den Kern einer dunklen Sonne zu bilden, zusammengehalten durch die letzten Kräfte welche jedoch nicht mehr die Kraft hervorbrachten um das Leben neu zu säen.
Weitere Flugscheiben mitsamt Forschern glitten vorsichtig durch die Ringe der Erde, die ein Trümmerfeld der Vergangenheit bildeten. Es lag alles fern, fern der Erinnerung, der Lehre und dem alten Glanz der Erde. Dichter und Denker, arm und reich, alles Leben zerbarst in die kleinsten Teilchen, die das Universum durchfliessen.
Leise gleiten die Flugscheiben wieder davon, in ferne Galaxien, nur einen Steinwurf entfernt, versunken in Gedenken an begangene Fehler, törrichte Vergangenheit.
Sie lassen zurück das Schlachtfeld, die Trümmer die einst die Heimat gewesen, zerrissen von Neid und Mißgunst, verflucht durch das eigene Blut, verbrannt in ungeheurer Wut.
Noch aus den Trümmern schimmert zart ein dunkler Schein, der Erde Herz, noch schwach pulsierend, die Kräfte zehrend, die einst Welten schufen, wie ein Auge aus dem Trümmerfeld – erlischt auch das letzte Augenlicht.
Was übrigbleibt sind die grauen Monde, die matt scheinen in der Dunkelheit, stumme Zeugen der Vergangenheit. Ein Mahnmal für alle Zeit, daß der Menschen Schande sich nicht wiederhole.
Oktober 3rd, 2008 at 12:47
Schreibst Du hauptberuflich?
Sehr schöne Art, wie ich finde…
Oktober 3rd, 2008 at 12:52
Nein, ich schreibe nicht hauptberuflich. Vielen Dank für das Lob.
Habe zwar schon eine riesige Sammlung an geschriebenen Sachen – nicht unbedingt alles mystisch, aber bis auf Liedtexte noch nie was veröffentlicht.
Oktober 3rd, 2008 at 16:53
…solltest Du aber vielleicht:-) Sei nur vorsichtig, nicht dass einer was stehlen will, dafür ist es zu schade;-)
Viele Grüsse
Luiza
Oktober 3rd, 2008 at 23:03
Eigentlich würde es mich freuen, war es doch mein Wunsch Künstler zu werden (wenn auch in den malerischen/design Künsten – nun bin ich Kaufmann)
Stehlen? Stehlen kann man viel, aber Verständis aufbringen für die gestohlene Sache wenig. Keine Frucht für eine Weiterentwicklung.
Eigentlich lebt die Menschheit von Kopie und Verbesserung – lediglich der Wohlstand der damit zusammenhängt ist relativ neu.
Oktober 4th, 2008 at 16:04
…so ähnlich ist es mir auch ergangen. Aber ich habe einen kleinen Weg daraus gefunden. Zumindest sitze ich nicht in einem Verwaltungsgebäude und langweile micht über SAP…
Aber heute war ich beim boesner (boesner.com) und habe eingekauft. Damit lacht das Gemüt wieder etwas. Alles schon im Auto und kommt mit nach NL:-)