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Mondscheinsonate

Posted by Nord on 10. Oktober 2008 – 20:03

Ihr seid euf eine Reise der Seele eingeladen!
Ich habe schon in einem der ersten Beiträge die Mondscheinsonate als ein geniales Werk erwähnt. Nun möchte ich das geniale Werk von Beethoven dazu nutzen um Euch auf eine Reise einzuladen.
Diese kostet absolut nichts und ist vielleicht erholsamer als ein halbes Jahr auf Mallorca.

Ihr braucht wirklich nichts mitzunehmen, ja nichtmal das berühmte Handtuch, welches ja allen Sternenreisenden empfohlen wird. Alles was ihr braucht ist Euer Gehör und etwas Ruhe.

Solltet Ihr Beethovens Mondscheinsonate nicht auf Platte, CD oder Kassette haben, so könnt Ihr Euch z.B. der youtube Plattform bedienen. Ich empfehle hierbei Beethovens Mondscheinsonate, erster Satz, gespielt von Wilhelm Kempff.
Schau Euch das kurze Video einmal ein, lauscht diesem göttlichen Klang, seht diesen Mann der nicht auf diesen Erden weilt während seine Hände mühelos über die Klaviatur rauschen und dabei wie der nächtliche Wind im Gras voller Tau wirken.

Könnt Ihr dieses Wunder sehen? Könnt Ihr sehen wie dieser Mensch in Welten vordringt die den meisten Menschen unecht wirken, beängstigend, zügel und kompromißlos?
Sehr in seine Augen! Gedankenverloren blicken sie in ferne Welten die keiner außer ihm in diesem Moment betreten kann, und doch läßt er ein winziges Stück dem Hörer zukommen und verzaubert ihn mit dem Fieber der Kunst, der Ferne und der endlosen Macht der Göttlichkeit!

Wollt Ihr diese Reise antreten? Insofern Ihr diese Frage mit JA beantworten wollt, so lest diesen Artikel weiter …

Laßt die Musik auf Euch wirken, öffnet Euch – laßt den Tag hinter Euch – die Arbeit, die Sorgen, die Wünsche …
Denkt an ein schönes Erlebnis, ein Erlebnis was Euch bisher im tiefsten Herzen am meisten bewegt hat, ein Ereignis welches Euer Leben verändert hat, eine Zeit die vielleicht mal war, ist oder auch erst kommt. Alles was Ihr dabei braucht ist das Vertrauen, daß Euere Seele weiß was das Beste für Euch ist.

Laßt die Musik auf Euch wirken. Genießt die Klänge der Mondscheinsonate. Ihr könnt auch das Video ansehen was ich oben verlinkt habe. Beim ersten mal habe ich es so viele Male gesehen und sehnte mich dannach das Konzert persönlich miterlebt zu haben, einen Blick in Kempffs fremde Welten zu erhaschen, ein Stück Glück zu erfahren …
Löst Euch von den Gedanken die Euch umgeben, laßt nur die Sonate in Eurem Geist sprechen – hört ihr zu!

Sie erzählt eine Geschichte, eine Geschichte von einer in Schatten getauchten Landschaft. Das Bild wirkt düster und doch eher vertraut, heimisch, wie das schöne Ereignis welches Ihr gerade vor dem inneren Auge betrachtet. Scheinbar fern und doch greifbar nah …
So wie jeder Takt das Spiel voran treibt, so ist auch die Zeit – unmöglich jede Note als Einzelnes zu fassen, und doch ein großartiges Bild ergebend.

Seht Ihr den Spalt? Wie eine angelehte Tür die einen Blick in die Ferne zuläßt? Seht Ihr das Wesen welches Euch ansieht und freundlich lächelt?
Das seid ihr! Öffnet den Türspalt nur etwas weiter! Traut Euch einen Blick mehr in diese neue Welt zu blicken!

Längst ist sie nicht so düster wie die Mondscheinsonate die uns die Flügel verlieh!
Öffnet Euch und laßt es zu Euch selbst zu begegnen! Was wollt Ihr Euch selbst auf den Weg mitgeben? Welchen Ratschlag möchtet Ihr nun sprechen? Wwelchen rechten Weg wollt Ihr Euch selbst weisen?

Nun startet die Sonate von vorne und schließt die Augen.

Denkt nicht an die hier geschriebenen Worte sondern an Euch selbst, lauscht Euch selbst! Erlaubt Euch Ärger, Freude oder Angst und akzeptiert diese, lernt daraus! Freut Euch! Lacht! Weint oder Schreit!

Es gibt keinen falschen Weg! Es gibt nur falsche Ziele.

Ich wünsche allen Lesern einen angenehmen Abend…

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This post is under “Musik, Wahrnehmung” and has 14 respond so far.
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14 Responds so far- Add one»

  1. 1. Luiza Said:

    …ja, die klassische Musik. Viele verstehen es nicht, auch wenn sie es versuchen.
    Da hilft eines: in die Oper gehen.
    Als ich das erste Mal eine Wagner – Oper gesehen habe, hat es mir die Sprache verschlagen. Ich habe 3 Tage nicht geraucht, keinen Kaffä getrunken…
    Überwältigend war das ECHTE an der Sache…

  2. 2. Nord Said:

    Eigentlich ist die Musik nur Begleitung und Einstimmung auf andere Reisen.

    So wie ich das da oben beschrieben habe, hat es mich jedes mal aufs Neue umgehauen.

  3. 3. Nord Said:

    Eigentlich verstehe ich die klassische Musik auch nicht.
    Dafür weiß ich dann doch einfach zu wenig darüber, bzw. die Dynamik die die klassische Musik ausmacht.
    Bedaure ich doch sehr, nie klassische Ausbildung genossen zu haben.

    Aber ich kann es, wie im Vorkommentar erwähnt, einfach auf mich wirken und mich in ferne Welten treiben lassen.

  4. 4. Sati Said:

    Ja, wunderschön gespielt!
    Ich mache selbst Musik, wenn auch meist etwas anders geartet – von daher kenne ich “die Schwelle” sehr gut. Und sie steht jedem offen – es reicht völlig, eine “gefühlte Melodie” zu summen oder auch nur einen einzigen Ton schwingen zu lassen. Es hat wirklich nicht die Bohne mit “Verständnis” zu tun. Im Gegenteil: Musik kann nicht verstanden werden, sie ist einfach – und entweder schwingst du mit oder eben nicht. Das gilt ebenso für die sogenannte “Klassik” (die ja ebenfalls sehr unterschiedliche Schwingungen beinhaltet) als auch für alle anderen “Kategorien”. Alles verkopfter und unnötiger Ballast. Die Schwelle ist immer hier und sie steht jedem offen.
    Das Gleiche gilt für´s Malen: Du mußt ja auch nicht erst Kunst studieren und unsinnige Interpretationen zu den Gemälden alter Meister auswendig lernen, um selbst ein Bild zu malen und auf diese Weise über die Schwelle zu gehen.
    Jedes Kind weiß, wie das geht !!!
    Tolle Idee, im Netz mal ein paar Klassik-Bonbons zu lutschen, bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Und danke für die schönen Heide-Fotos. Sagst du mir, welche Heide es ist – es gibt ja mehrere …? Gruß an den Poeten, Sati

  5. 5. Nord Said:

    Vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Zunächst zur Heide. Eigentlich nur rein umgangssprachlich verwendet – eine Heide ist es in der genauen Definition nicht.
    Eigentlich nennt man das Gebiet hier Reischenau in den den Augsburger Stauden.
    Kannst gern hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Stauden

    Was das Malen und die Kunst angeht:
    Vor vielen Jahren, als mein Wunsch lebendig war Maler/Künstler zu werden und ich einen Leistungskurs auf dem Gymnasium belegte umd das Abitur zu erlangen um Kunst studieren zu dürfen (sehr fragwürdig, wozu man da unbedingt Abitur bruachen sollt …), da wurde mir das Denken, wie Du es beschreibst, zu meinem Strick.
    Ich verschwor mich stur gegen jegliche Theorie! Wenn auch typisch jugendlich übertrieben.
    Resultat war eine begeisterte Lehrerin (Künstlerin), generell sehr gute Noten für die praktische Arbeit und letztendlich eine grenzwärtige Gesamtnote.

  6. 6. Luiza Said:

    …ich muss zugeben, die Wagner – Oper war für mich als Anfänger(in) auch keine leichte Kost, aber ich bin mit jemandem hingegangen, der sich in der Sache gut auskennt und mir vorher eine Art Unterricht gegeben hat…
    Und es wirklte wie eine Droge…

  7. 7. Nord Said:

    Die Festspiele würde ich nur zu gern erleben …

  8. 8. Luiza Said:

    …da war ich nicht. Hab mal gehört, dass man schon beinahe 2 Jahre vorher buchen muss… So weit kann ich nicht planen (Montagearbeit)

    Wir waren in der Oper in Essen…

  9. 9. Sati Said:

    Habe nicht ganz begriffen, was du mit “es wurde mir zum Strick” meinst. Deinen Widerstand gegen Quacksalberei und die Bewertung von außen oder diese daselbst?
    So, wie ich´s auf die Schnelle hier erblickt habe, bist du ja ein Künstler (Poet, Fotograf …) – nur, und damit bist du nicht allein, es gibt keine sonderliche Wertschätzung im/vom Außen dafür. “Nur” die Freude am Erschaffen selbst. Und das war mir auch lange zuwenig Lohn, ich hatte was anderes erträumt, gelernt, erwartet … und auch heute noch würde ich kaum wagen, mich als Künstlerin zu bezeichnen. Und frage mich gleichzeitig, wieso eigentlich ?!!! Oder so … Was meintest du?
    Schönen Sonn-tag in der Augsburger Heide, Sati

  10. 10. Nord Said:

    Zum Strick wurde es mir dadurch, daß ich zu diesem Zeitpunkt kein Interesse an Theorie hatte und offen verkündet habe, daß ich keine vorschriften brauche um Kunst zu machen.

    Ergo. ich habe Klausuren bewußt ausgelassen oder halt sehr schlecht abgeschlossen. War auch dreist genug die Lehrerin zu fragen, ob die nächsten Schulstunden Theorie sein würden. Hatte sie dies bestätigt, so bedankte ich mich und kam erst dann wieder wenn Praxis gemacht wurde.
    Ihre heimliche Bewunderung hatte ich – der Lehrplan sieht in solchen Dingen aber was anderes vor :)
    Bestrafung mit schlechten Noten.

  11. 11. Lethe Said:

    um nochmal auf das Thema Musik zu kommen:

    Ich denke die Vorstellung, dass die Welt durch einen Ton entstand kommt nicht von ungefähr: Sie berührt den Menschen so tief in seinem Innersten, dass man sie als Teil von ihm Selbst bzw. der Welt, mit ihm verwachsen, als eine Erinnerung an die Seele, eine Verbindung zum Ideengeflecht bezeichnen könnte.
    Ob das nun nur für Musik oder auch für andere Künste gilt, sei dahingestellt.

  12. 12. Nord Said:

    Das Schaffen ist das göttliche Werkzeug unsere Welt zu bilden und neu zu erschaffen.
    Der Ton ist die Welle, die Dynamik die alles trägt – ein niemals versiegender Strom.

    Die “Idee” vom Ideengeflecht vertrete ich ebenfalls meine werte Frau Gemahlin :)

  13. 13. rote Gräfin Said:

    Danke für diese guten Gedanken.

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