Herbst
Der Herbst hält unwiderruflich seinen Siegeszug an, nah gefolgt vom Winter und vom Frost.
Es ist wirklich eine schöne Jahreszeit.
Gepeitscht von harten Winden, getränkt von tiefen und undurchdringbaren Nebeln, geschüttelt vom ersten Frost und bedeckt vom Laub der Blätter die wie eine Sanduhr der Natur die restliche, verbleibende Zeit kundtun.
Es vollzieht sich ein spannender Wechsel zwischen wütendem Herbst und lauernden Winter und dem verbliebenen Sommertagen die ringend um ihr Dasei dennoch manchen Sonnenstrahl auf die abkühlende Erde wirken lassen.
Der Sommer weiß, daß er sterben wird, und kämpft dennoch um jeden Tag den er seinen Brüdern abgewinnen kann.
Am letzten Tage werden sie sich einigen, und Bruder wird Bruder begegnen in vollstem Respekt und Platz schaffen für sein Regiment und seine Tageszeit.
Schützend wird der Winter seine Decke über die Welt legen und zur Ruhe bitten was noch unruhig wirkt in der Welt.
Nur der Mensch wird sich nicht fügen. Er wird sich wehren gegen die Umstände und seinen Willen durchsetzen.
Doch weder den Herbst noch den Winter kümmert sein Gebaren.
Im ewigen Wechsel der Zeiten wird er langfristig keine Rolle spielen. Es sei denn, er würde dazulernen und sich einfügen in den Kreislauf der Natürlichkeit.
Oktober 23rd, 2009 at 20:20
Wieder mal sehr schön geschrieben!
Irgendwie melancholisch, aber auf eine schöne Art. Vor allem die Darstellung des Winters als Schutz finde ich sehr originell!