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Altern in Deutschland

Posted by Nord on 18. Juni 2009 – 10:06

Vom Werden und Vergehen, ein schmaler Grat, ein wichtiger Abschnitt/Schnitt in jedem Leben.
Der Zyklus von der Geburt bis hin zum Tode ist ein mühsamer Prozess, nicht immer ist es eine Freude und doch können wir das Leben nicht wirklich sein lassen. Ein eingebauter Schutzmechanismus schützt uns in den meisten Fällen vor einem verfrühten Ableben, sofern man an eine vorbestimmte Lebensspanne glauben mag.

Ein aktueller Artikel hat mich dazu motiviert mir wieder Gedanken über unsere Gesellschaft der Alten nachzudenken, die Gesellschaft die keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr bringt und lediglich nur noch Aufwand bedeutet.
Diese wertvollen Menschen, jene Menschen die schwere Zeiten durchgestanden haben, unser Leben in der heutigen Zeit und auf diesem Standard erst ermöglicht haben, jene Menschen die genauso in diese Welt und Gesellschaft gehören wie das neugeborene Leben – diese Menschen strotzen nur vor Lebensweisheit welche sie zu Grabe tragen.
Niemand fragt sie, niemand beachtet sie und ihr Wissen welches so manches mal sinnvoller ist als so manches Lehrbuch. Leben lernt man nicht in der Schule, man lernt es voneinander.

Diese alten Menschen wählen in Deutschland zunehmend den Freitod. Weshalb ist das so?
Zurecht zitiert die befragte Person, daß Leben ein Recht aber keine Pflicht ist – sicherlich muß jeder für sich selbst entscheiden ob er leben oder tot sein möchte, dagegen besteht auch kein Handlungsbedarf, aber was ist mit jenen Menschen die kerngesund sind, Ihr Leben lang des Lebens froh waren und nur deshalb scheiden möchten weil sie sich nicht mehr gebraucht fühlen? Haben die Alten denn nicht das Recht einen geehrten Platz in unserer Gesellschaft verdient? Oder ist es aufgrund kalter Berechnungen und unwirtschaftlicher Grundlagen nicht möglich diese wichtige Beziehung aufrecht zu erhalten?
Womit hat ein alter Mensch verdient, daß man ihn fast verhungern läßt weil die Renten nicht ausreichen, dieser alte Mensch der seine Jugend und sein Leben für das gab was wir Wohlstand nennen?
Egal wie man eine Rechtfertigung für diese Ausgrenzung sucht, man wird keine finden!
Unsere Gesellschaft im Jugendwahn, niemand will altern, jeder will ewig und gesund leben, eine Gesellschaft die sich verjüngt und ihr der Rand

der Gesellschaft ein Dorn im Auge ist. Diese Gesellschaft ist zum scheitern verurteilt!
In dieser Zeit, jene die uns jeden Tag aufs Neue beweist, daß unser materialistisches und kapitalistisches Kurzsichtdenken uns lediglich in den Abgrund drängt, ist es besonders wichtig sich auf die menschlichen Seiten unseres Daseins zu erinnern.

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